Mittwoch, 15. November 2017

Winnie Pooh Winterwonderland Sweet Table für den Wettbewerb der Kuchenmesse

Letztes Wochenende fand hier in Wien die Kuchenmesse statt. Eine Messe rund um Torten inklusive eines Tortenwettbewerbs. Wenn du mir bei Facebook oder Instagram folgst, hast du wahrscheinlich schon gesehen, dass ich bei diesem Wettbewerb mitgemacht habe.

Ich muss ehrlich sagen, in den 6 Jahren, in denen ich nun begeisterte Zuckerbäckerin bin, hatte ich irgendwie nie die Ambitionen, bei einem Wettbewerb mitzumachen. Unzählige Arbeitsstunden in ein Projekt zu stecken, um dann am Ende eventuell eine Urkunde dafür zu bekommen - eigentlich nicht so meines. Als ich dann aber vor einigen Monaten erfuhr, dass die Kuchenmesse (die bisher östereichweit immer in Wels bei Linz stattfindet) nun erstmals direkt in Wien gastierte und es auch eine Kategorie für Sweet Tables gibt, musste ich mich einfach anmelden. 

Das Thema für alle Wettbewerbskategorien (Sweet Table,  Hochzeitstorten, Festtagstorten, Freestyle, Zuckerblumen, dekoratives Element und Kindertorten) lautete Winterwonderland.

Mein allererster Gedanke war etwas mit Pinguinen zu machen, aber dann dachte ich mir, das ist dann doch etwas ZU naheliegend - glücklicherweise....es gab nämlich am Ende sehr viele Pinguintorten, vor allem in der Kinderkategorie. :D

Ich wollte aber gerne etwas Lustiges umsetzen...etwas Süßes...etwas das man ansehen und dabei immer neue Details entdecken kann und deshalb immer wieder aufs Neue schmunzeln muss.

Am Ende entschied ich mich für einen

Wintertag im Hundertmorgenwald mit Winnie Pooh und seinen Freunden.



^^Ob der kleine I-Aaah hier schon ahnt, dass er seine Arbeit am Schneemann gleich nochmal von vorne beginnen kann? :D


Nachdem ich mir wochenlang Gedanken um die Umsetzung gemacht hatte, fing ich rund 4-5 Wochen vor dem Wettbewerb mit der heißen Phase an. Bei Obi kaufte ich eine Holzplatte, klebte Füsschen drunter, besorgte Styrodur und schnitt es zu und klebte alles mit einer Heißklebepistole zusammen. Außerdem bestellte ich ein winterliches Hintergrundbild.
Ich wollte unbedingt auch einen zugefrorenen See in der Landschaft haben, auf dem Pooh Schlittschuhlaufen kann und besorgte dafür hellblaue Eisbonbons. Diese zermahlte ich im Mörser (das Ergebnis sah etwas aus wie von Walter White aus Breaking Bad hergestellt. :D :D), legte sie auf ein Backpapier in der gewünschten Form und schmolz sie im Ofen, bis eine durchgehende Bonbonplatte entstand. Da das hellblau der Bonbons nach dem Backen eher  Richtung hellgrün tendierte, druckte mein Mann extra noch einen dunkelblauen Unterleger für den See. Man muss sich nur zu helfen wissen. :D

Ähnlichkeiten zu Breaking Bad sind rein zufällig :D

Anschließend deckte ich die ganze Landschaft (außer dem See) mit Fondant ein.
Nun konnte es endlich mit der Feinarbeit losgehen. Ich formte also in langen Sessions den I-Aah beim Schneemann bauen, einen Winnie Pooh mit Honigtopf und Schlittschuhen und ein Ferkel, das gerade den Berg runterrutscht und gleich in I-Aahs Schneemann landen wird.
Als Krönung modellierte ich den frechen Tigger, der Ferkel gerade den Berg heruntergeschubst hatte. Die Herausforderung bei Tigger war, dass er (wie Tigger das eben so tun) auf seinem Schwanz hüpfte. So war Tigger letztlich auch die aufwändigste Figur, aber am Ende war ich mit ihm sogar am allerzufriedensten.


Ferkel schubsen können Tigger am Allerbesten...Das wird ein Volltreffer!

Alle Figuren inklusive der Bäume formte ich aus Modellierfondant von Saracino, den ich mir erstmals für dieses Projekt gekauft hatte. Danke nochmal für den Tipp Michelle, das hat wirklich super funktioniert. 
Normalerweise arbeite ich eher mit Massa Ticino Fondant, der sich zwar perfekt zum Eindecken, aber tatsächlich nicht optimal zum modellieren eignet.
Die Bäume sehen an sich zwar relativ simpel aus und sind es im Prinzip auch....allerdings dauert es trotzdem lange, bis sie entsprechend geschnitten sind. Die meiste Arbeit machte logischerweise der geschmückte Baum. Ich weiß gar nicht mehr genau, wie lange ich mit einer Pinzette, Lebensmittelkleber und massig Zuckerperlen dasaß und Perle für Perle unter den "Zweigen" am Baum anbrachte.



Schlittschulaufen? Nein, Pooh der Bär macht lieber erstmal ein Päuschen um Honig zu essen. 
Na klar!


Nomnomnom :'D



Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich mir für den Wettbewerb eigentlich leider einen Großteil der gestalterischen Arbeit und der Idee locker hätte sparen können. :-/
Bei der Messe erfuhr ich nämlich, dass die Optik des Sweet Tables letztlich nur zu  20% in die Gesamtwertung einfließt. Zur Anmeldung erhielt man ursprünglich nur die Information, dass bei den Sweet Tables neben dem Aussehen und dem Geschmack auch die Originalität bewertet wird. Was dabei wichtiger ist und was nicht, wurde leider nicht mitgeteilt.
Ich war daher davon ausgegangen, dass diese drei Punkte alle gleich wichtig sind (wie es zum Beispiel bei jedem Hochzeits-Sweet Table der Fall ist).

Apropos Geschmack: Selbstverfreilich hatte ich mir auch hier lange Gedanken gemacht und mich dann für Folgendes entschieden:

- superfluffige Pandan-Cupcakes mit Bratapfelfüllung, 
Zimt-Vanille-Creme und Marzipan
- Schokoladen-Marillen-Cake Pops mit Spekulatius-Stückchen in Bienenform 
- Lebkuchen-Kekse mit Icing-Deko "Honigtopf"


Bei der Jurynachbesprechung erfuhr ich, dass meine Teile zwar alle sehr gut geschmeckt hatten, aber die Teile einer anderen Teilnehmerin eben noch ein bisschen besser waren, weshalb ich Bronze erhielt (wie 4 andere Sweet Tables). Besagte Teilnehmerin erhielt Silber und war damit dann auch Best-of Class. Gold gab es in der Kategorie Sweet Tables nicht, einer der 6 teilnehmenden Sweet Tables erhielt am Ende leider gar keine Wertung.
Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an Jurymitglied Simone, die sich viel Zeit für mich genommen hatte, um mir die Kritikpunkte an meinem Tisches nochmal ausführlich darzulegen. Kritisiert wurden von der Jury unter anderem, dass die Icingkekse nicht 100%ig perfekt aussahen, das Hintergrundbild gefiel der Jury leider nicht so gut und der Saracino-Fondant, den ich auch für die Cupcake-Topper verwendete, schmeckte ihnen leider nicht. Also alles in allem nur kleine Kleinigkeiten und es war wohl auch nur ganz knapp an Silber vorbei.



Hier übrigens alle Gewinner der Kategorie Sweet Table:

Silber (& Gewinner der Kategorie)

Bronze:




Ob ich nochmal an solch einem Wettbewerb teilnehmen würde, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Insgesamt habe ich für die Planung, Einkauf und Durchführung meines Stückes rund 45-50 Stunden gebraucht.
Insgesamt war es eine interessante Erfahrung für mich. Ich weiß jetzt, wie man hüpfende Tigger modelliert und es hat sich mal wieder bestätigt, dass eine gute Zeitplanung sehr viel ausmacht wenn es um einen Sweet Table geht.

Wie gefällt euch denn mein Sweet Table?

Dagi <3 




Mittwoch, 25. Oktober 2017

Kürbiscreme-Bratapfel-Torte und was meine Pläne in Wien machen...

Hoppla, nun habe ich aber eine ganz schön lange Pause vom Bloggen gemacht. 
Im Sommer habe ich sowieso immer eher wenig Lust zum Backen und durch unseren Umzug vor 4,5 Monaten von München nach Wien hatte ich noch dazu auch noch mehr andere Sachen im Kopf.
Pünktlich zum Herbstanfang kam dann zwar auch die Lust am Backen wieder auf, aber für einen neuen Blogeintrag musste es dann jetzt doch sogar Ende Oktober werden.

Den Sommer habe ich u.a. auf dem Prater verbracht. <3 

Hier bin ich also wieder und habe euch auch direkt ein Rezept für eine unheimlich saftige und leckere Bratapfel-Kürbiscreme-Torte mitgebracht. Der Teig ist mit Apfelmus und geraspeltem Apfel zubereitet und dadurch wirklich extrem saftig, die Füllung besteht aus Kürbispüree, gemischt mit einer karamelligen Creme aus gebräunter Butter und ist absolut zum niederknien. <3 

Umhüllt habe ich das Ganze mit Swiss Merengue und als Deko ein paar farblich passende Baisers dazu gemacht, die Rezepte zu diesem herbstlichen Geschmackserlebnis findet ihr weiter unten in diesem Beitrag. 
Das Rezept für den Teig und die gebräunte Buttercreme sind übrigens inspiriert vom genialen Buch "Torten" von Linda Lomeline, die Kürbisvariante ist eine Idee von mir. 


Wer nun noch wissen möchte, was ich in den letzten Monaten in meiner neuen Stadt so gemacht und vor allem geplant habe, bitte weiterlesen, der Rest springt bitte einfach direkt zum Rezept. ;)


Wie ihr wisst, sind mein Mann und ich Anfang Juni nach Wien umgezogen und seitdem hat sich natürlich so einiges getan. 


Mein Süßer geht unter die Gastronomen und wird eine Salatbar (grasgruen-salat.at) eröffnen. Wir haben dafür auch bereits einen perfekten Laden in der Neubaugasse im 7. Bezirk gefunden. Leider ist der Laden sehr renovierungsbedürftig, was für den momentanen Zustand eher stark freundlich gesprochen ist ;) realistisch betrachtet ist es momentan noch eine ziemliche Bruchbude  :D Durch Ämter, Handwerker usw. verzögert sich alles laufend, aber er ist zuversichtlich, dass eine Eröffnung im Januar 2018 klappen könnte. Pünktlich zu den guten Vorsätzen nach Silvester quasi. :) Bei 'grasgrün' wird es neben leckeren Salaten auch Burrito-Bowls, Sandwiches und auch meine 'berühmten' Cookies zu kaufen geben. Ich selbst werde mich nämlich mit einem, und das ist die für euch sicherlich noch viel wichtigere Nachricht, süßen Catering selbstständig machen! 

Eine meiner liebsten Sorten: Macadamia-Cookies mit weißer Schokolade

Ich werde dann schauen, dass ich mehrere Cafes oder Restaurants mit meinen Cookies beliefere und auch private Bestellungen für Hochzeiten, Geburtstage oder ähnliches annehme. Außerdem werde ich mir 2018 einen lange gehegten Wunsch erfüllen und regelmäßig Pop-up-Bakerys veranstalten. Das heißt, ihr könnt vermutlich so alle 1-2 Monate an einem vorher angekündigten Tag meine Leckereien im 7. Bezirk kaufen. Ich freue mich jetzt schon sehr darauf! 
Außerdem werde ich natürlich weiter meine Backkurse (www.mybackkurs.de) in München und ab November auch in Wien (www.mybackkurs.at) abhalten. 
Ich finde Wien übrigens traumhaft. Es ist herrlich durch die Gassen zu spazieren und die Stadt kennenzulernen. Mittlerweile haben wir auch schon ein paar neue Freunde gefunden und konnten uns schon recht gut einleben. Ich freue mich jetzt schon sehr auf die kommenden Monate und bin sehr gespannt, was die Zukunft so bringt. <3 <3 




Bratapfel-Kürbis-Torte
für eine 15cm große Torte

Für das Kürbispüree:
1/2 Hokkaido-Kürbis

Ofen auf 180 Grad OberUnterhitze vorheizen. Kürbis schälen und in ca 1-1,5 cm große Stücke schneiden. Auf einem Backblech mit Backpapier verteilen und 20 Minuten backen, bis sie weich sind. Den weichen Kürbis mit einer Gabel zerkleinern und 250 gr Püree abmessen. 


Für die Böden:
150 gr Butter
2 Äpfel
3 Eier L
120 gr Zucker
120 gr heller Muscovado-Zucker
1 Pck. Vanillezucker
180 gr Mehl
2 Teel. Backpulver
1,5 Teel. Natron
2 Teel. Zimt
150 gr Apfelmus

Ofen auf 175 Grad OberUnterhitze vorheizen und zwei 15cm Backformen unten mit Backpapier auslegen und an den Seiten buttern und mehlen. Butter schmelzen und abkühlen lassen. Äpfel schälen, reiben und 250 gr abmessen. Eier und die Zucker schaumig aufschlagen. Die Butter untermischen und noch ein wenig weiterrühren. Mehl, Backpulver, Natron und Zimt mischen und zur Eiercreme sieben, kurz und gründlich vermischen. Apfelmus und geriebener Apfel dazugeben und kurz verrühren. Den Teig auf die beiden Formen verteilen und 40-45 Minuten backen. Auskühlen lassen und beide Böden einmal waagerecht durchschneiden. 

Kürbiscreme mit gebräunte Buttercreme:
100 gr Butter
75 gr Puderzucker 
50 gr Sahne
1 gestr. Teel. Zimt
230 gr Kürbispüree
Prise gem. Muskat, Nelken, Ingwer und Piment

Die Butter in einem flachen, breiten Topf schmelzen. Bei mittlerer Hitze weiter erhitzen, bis sie eine goldgelbe Farbe angenommen hat. Weiterrühren, bis die Butter leicht nach Karamell riecht und nicht mehr zischt. Butter in eine Schüssel gießen und abkühlen lassen. Abgedeckt in den Kühlschrank stellen, bis sie gestockt ist. 
Butter hell und cremig aufschlagen. Puderzucker und Sahne dazugeben und luftig aufschlagen. Das Kürbispüree mit den Gewürzen unterheben. 

Zusammenbau:

Einen der beiden „unteren“ Böden als späteren „Deckel“ beiseite lecken, damit man oben eine schöne, gerade Kante hat. Den anderen „unteren“ Böden als Boden nehmen und ein Drittel der Creme auf den daraufgeben und glatt streichen. Nun immer abwechseln Boden und Creme auftragen, der oberste Boden bleibt erstmal ohne Creme. Nun für mindestens 2 Stunden oder über Nacht in den Kühlschrank stellen. 

Swiss Merengue: 
4 große Eiweiß
160 gr Zucker
200 gr weiche Butter
1 Pck. Vanillezucker
orange Pastenfarbe

Eiweiß und Zucker in einer hitzebeständigen Schüssel über einem leicht köchelnden Wasserbad unter ständigem Rühren mit einem Schneebesen auf etwa 65 Grad erhitzen, bite die Zuckerkristalle geschmolzen sind.
Die Schüssel vom Wasserbad nehmen und mit der Küchenmaschine zu einem lockeren Eischnee aufschlagen. Weiterschlagen, bis die Masse abgekühlt ist. Die Masse sollte nicht wärmer als die Butter sein, da diese sonst schmelzen kann.
Nach und nach die weiche Butter stückchenweise einarbeiten, dann 3-5 Minuten schlagen. Durch die Zugabe der Butter fällt der Eischnee zuerst wieder etwas zusammen und nach einiger Zeit wird die Creme wieder fest und hat eine perfekte Konstistenz. Vanillezucker dazugeben und verrühren.
Die Torte rundherum mit einer dünnen Schicht Creme einstreichen, um die Krümel zu binden und für ca 30 Minuten in den Kühlschrank stellen, bis die Creme fest ist. Nun die restliche Creme orange färben und die Torte damit einstreichen. 
Mit den Baiser dekorieren.

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 Baiser:
90 gr Eiweiß 
180 gr Zucker
1/4 Teel. Weinsteinbackpulver
Prise Salz
orange Lebensmittelfarbe

Ofen auf 100 Grad Umluft vorheizen. Zwei Backbleche mit Backpapier belegen. Eiweiß mit Zucker über dem Wasserbad unter Rühren mit dem Schneebesen auf 65 Grad erhitzen. Schüssel in die Küchenmaschine setzen, Stärke und Salz dazugeben und ca 10 Minuten aufschlagen, bis die Masse voluminös und glänzend ist. Einen Spritzbeutel mit Lochtülle vorbereiten und vorne zwei Linien mit orangener Pastenfarbe ziehen. Die Baisermasse einfüllen und Tupfer aufspritzen. 
Rund 1 Stunde im heißen Ofen trocknen lassen. Die Baisers sollen sich nicht verfärben und nach dem Backen trocken anfühlen, geg. etwas länger backen.



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